Tiroler Berglandschaft

Förderungen · Stand 12.10.2026

KI-Förderungen für Produktionsbetriebe in Tirol und Österreich

Welche Programme für KI-Schulung, Workshop oder Pilot im Oktober 2026 offen sind, welche ausgelaufen sind und welche nur auf dem Papier passen. Jede Angabe mit Quelle und Prüfdatum.

Vorweg: drei ehrliche Sätze

Viele Anbieter werben mit Förderquoten, die es so nicht mehr gibt. Hier steht der Stand, den ich bei den Förderstellen selbst nachgelesen habe.

01

Förderung ist ein Bonus

Ein KI-Projekt muss sich auch ohne Zuschuss rechnen. Wenn es das nur mit Förderung tut, ist es das falsche Projekt.

02

Budgets sind schnell weg

Programme schließen, wenn das Geld vergeben ist, oft vor dem offiziellen Ende. KMU.DIGITAL ist dafür das aktuelle Beispiel.

03

Erst der Antrag, dann der Auftrag

Fast alle Programme verlangen den Antrag vor Projekt- oder Kursbeginn. Was schon beauftragt ist, wird in der Regel nicht mehr gefördert.

Land Tirol: Umsetzung und Beratung

Für einen Produktionsbetrieb mit Standort in Tirol ist das Land derzeit die wichtigste Adresse. Die Digitalisierungsförderung ist das einzige mir bekannte offene Programm, das die Einführung von KI im Betrieb ausdrücklich nennt.

Tiroler Digitalisierungsförderung

Land Tirol

OffenOffen, Anträge laut WKO bis 31.12.2027
Was gefördert wird
Die Einführung (nicht die Entwicklung) digitaler Technologien. Die WKO nennt „KI-Integration“ ausdrücklich. Planung, Umsetzung und Qualifizierung der Mitarbeitenden können gemeinsam in einem Projekt beantragt werden. Laufende Lizenzgebühren sind laut WKO Tirol nicht förderbar.
Förderhöhe
Nicht rückzahlbarer Zuschuss: Kleinstunternehmen bis 30 % (Projektkosten bis 100.000 €), kleine Unternehmen bis 20 % (bis 300.000 €), mittlere und große Unternehmen bis 10 % (bis 750.000 €). Laut WKO Tirol liegt die Untergrenze der Bemessungsgrundlage für Kleinst- und Kleinunternehmen bei 5.000 €.
Wer antragsberechtigt ist
Unternehmen mit Standort in Tirol, die der gewerblichen Wirtschaft angehören. Ausgeschlossen sind unter anderem Betriebe, die in der Tiroler Tourismusförderung antragsberechtigt sind. Ein Antrag je Unternehmen alle zwei Jahre.
Wann einreichen
Vor Projektbeginn, mit vollständigen Unterlagen inklusive Angeboten. Fristwahrende Anträge sind nicht möglich.

Für Schulung, Workshop oder Pilot

Ein Pilot mit anschließender Einführung und Schulung des Teams entspricht dem, was das Programm beschreibt. Ob Ihr Projekt gefördert wird und welche Kosten anerkannt werden, entscheidet allein das Land Tirol.

Tiroler Beratungsförderung

Land Tirol und Wirtschaftskammer Tirol

OffenBeantragbar, keine Einreichfrist genannt
Was gefördert wird
Externe Beratung durch gelistete Expertinnen und Experten, unter anderem zu Digitalisierung. Für Digitalisierung nennt die WKO Tirol eine Beratung von bis zu 50 Stunden.
Förderhöhe
Grundsätzlich höchstens 50 % der förderbaren Kosten, im Bereich Digitalisierung laut Land Tirol bis 80 %. Mehrere Förderungen pro Unternehmen und Kalenderjahr dürfen zusammen 4.000 € nicht überschreiten.
Wer antragsberechtigt ist
Unternehmen, die Mitglied der Wirtschaftskammer Tirol sind.
Wann einreichen
Vor Beginn der Beratung, ohne Ausnahme.

Für Schulung, Workshop oder Pilot

Gefördert wird Beratung durch gelistete Beraterinnen und Berater. TyrolAI ist IT-Dienstleister und bietet keine Unternehmensberatung im Sinne dieses Programms an. Für die Vorfrage, wo Sie ansetzen, kann sie trotzdem sinnvoll sein.

Digital Innovation Hub West

Konsortium unter Leitung der Standortagentur Tirol

OffenLaufendes Projekt bis 29.02.2028
Was angeboten wird
Unterstützung, Vernetzung und Beratung für KMU in Westösterreich. Einer der drei Schwerpunkte ist „Data Engineering & AI“.
Kosten
Laut Projektbeschreibung sind alle Services für KMU kostenlos. Es ist kein Zuschuss, sondern ein Angebot.
Wer es nutzen kann
Kleine und mittlere Unternehmen in Salzburg, Tirol und Vorarlberg.

Für Schulung, Workshop oder Pilot

Kein Geld für einen Auftrag, aber eine neutrale, kostenlose Anlaufstelle für erste Fragen zu Daten und KI.

Bund: KMU.DIGITAL, aws und FFG

Die bundesweiten Programme haben die bekanntesten Namen. Für die Einführung von KI in einem Produktionsbetrieb ist im Oktober 2026 trotzdem wenig offen. Das gehört auf eine ehrliche Förderseite.

KMU.DIGITAL

Wirtschaftsministerium (BMWET) und Wirtschaftskammer Österreich

Keine Anträge möglichBudget ausgeschöpft, ab 2027 nicht fortgeführt
Was gefördert wurde
Eine Beratungsförderung und eine Umsetzungsförderung. Die Umsetzungsförderung setzte eine vorherige KMU.DIGITAL-Beratung voraus.
Status
Laut kmudigital.at ist das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 vollständig ausgeschöpft, Anträge für Beratung und Umsetzung sind nicht mehr möglich. Wegen der Konsolidierung im Bundeshaushalt wird das Programm ab 2027 nicht fortgeführt. Auch die Umsetzungsförderung, für die im Mai 2026 eine neue Einreichphase startete, ist damit nicht mehr beantragbar.
Wer antragsberechtigt war
Kleine und mittlere Unternehmen in Österreich.

Für Schulung, Workshop oder Pilot

Wer heute noch mit KMU.DIGITAL wirbt, ist nicht am aktuellen Stand. Förderhöhen nenne ich hier bewusst nicht, weil kein Antrag mehr möglich ist.

aws: KI-Programme

Austria Wirtschaftsservice (aws)

Keine Anträge möglichKI-Calls geschlossen, kein neuer Call angekündigt
AI-Adoption
Förderte vertrauenswürdige KI-Vorhaben. Laut aws mit 28. Februar 2025 geschlossen, keine weiteren Einreichungen.
Innovationsschutz AI-Wissen
Förderte KI-Wissen im Unternehmen, darunter Beratung und Qualifizierung. Laut aws ist keine Antragstellung mehr möglich.
aws Digitalisierung: Künstliche Intelligenz
Beide Calls sind laut aws abgeschlossen, derzeit gibt es keinen weiteren Call.
Was offen ist
Der Innovationsschutz advanced für Schlüsseltechnologien ist laut aws jederzeit beantragbar. Er fördert Schutzrechte wie Patente und Marken, nicht die Einführung von KI im Betrieb.

Für Schulung, Workshop oder Pilot

Für Schulung, Workshop oder Pilot gibt es bei der aws derzeit kein passendes offenes Programm. Ob ein neuer KI-Call kommt, kündigt die aws auf ihrer Website und im Newsletter an.

FFG: Basisprogramm und Innovationsscheck

Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG)

Offen, passt seltenOffen, aber für Forschung und Entwicklung
Basisprogramm 2026
Unternehmensprojekte der experimentellen Entwicklung mit technischem Risiko, offen von 01.01. bis 31.12.2026. In der Regel 50 % der Projektkosten, höchstens 3 Mio. € je Projekt.
Basisprogramm Kleinprojekt 2026
Für KMU und Start-ups, Gesamtkosten bis 150.000 €, als Zuschuss. Kleine Unternehmen 45 %, mittlere 35 %, mit Kooperation bis 60 % bzw. 50 %. Offen bis 31.12.2026.
Innovationsscheck mit Selbstbehalt 2026
Bis 10.000 €, höchstens 80 % der Kosten, für Leistungen von Forschungseinrichtungen (Universitäten, Fachhochschulen, außeruniversitäre Forschung). Antrag durch KMU, Einreichung bis 02.11.2026.

Für Schulung, Workshop oder Pilot

Die FFG fördert Neues mit technischem Risiko, nicht die Einführung erprobter KI-Lösungen. Ein typischer Pilot zur Qualitätsprüfung oder Wissensdatenbank ist meist kein Forschungsprojekt. Den Innovationsscheck kann TyrolAI nicht abrechnen, weil TyrolAI keine Forschungseinrichtung ist.

Weiterbildung: Skills Scheck und AMS

Für Schulungen gibt es eigene Töpfe. Sie haben aber Bedingungen, die eine kurze Inhouse-Schulung im eigenen Betrieb meist ausschließen.

Skills Scheck 2026

Wirtschaftsministerium, Abwicklung über die FFG

Offen, passt seltenOffen bis 15.12.2026, solange Mittel da sind
Was gefördert wird
Externe berufliche Weiterbildung mit Schwerpunkt Digitalisierung oder ökologische Nachhaltigkeit. Besonders berücksichtigt werden laut WKO Weiterbildungen zu den Schlüsseltechnologien der Industriestrategie Österreich 2035, darunter KI und Dateninnovation.
Förderhöhe
Höchstens 50 % der Weiterbildungskosten, bis 5.000 € je Person, höchstens fünf Schecks je Unternehmen.
Bedingungen
Anerkannter Anbieter (zertifizierte Erwachsenenbildung laut Ö-Cert, Fachhochschule, Universität oder COMET-Zentrum), öffentlich buchbarer Kurs. Inhouse-Schulungen und individuell zugeschnittene Weiterbildungen sind ausgeschlossen. Antrag vor Kursbeginn, die Rechnung darf noch nicht ausgestellt sein.

Für Schulung, Workshop oder Pilot

Die KI-Schulung von TyrolAI ist eine Inhouse-Schulung und erfüllt diese Bedingungen nicht. Wenn einzelne Mitarbeitende einen offenen Kurs bei einem anerkannten Anbieter besuchen sollen, kann der Skills Scheck passen.

AMS Qualifizierungsförderung für Beschäftigte

Arbeitsmarktservice (AMS)

Offen, passt seltenOffen, für bestimmte Zielgruppen
Was gefördert wird
Weiterbildung von Beschäftigten bestimmter Zielgruppen, etwa Beschäftigte mit höchstens Pflichtschulabschluss oder Beschäftigte über 50. 50 % der Kurskosten, höchstens 10.000 € je Person und Begehren.
Bedingungen
Die Weiterbildung dauert mindestens 16 Stunden. Der Betrieb stellt den Antrag über das eAMS-Konto, spätestens eine Woche vor Kursbeginn.

Für Schulung, Workshop oder Pilot

Die KI-Schulung von TyrolAI dauert einen halben Tag (rund 4 Stunden) und liegt damit unter der Mindestdauer. Das Bildungsgeld update des Landes Tirol fördert Einzelpersonen, nicht Firmenschulungen.

Was TyrolAI dabei tut und was nicht

Die Förderung beantragen Sie. Ich sorge dafür, dass Sie dafür die richtigen Unterlagen haben und der Zeitplan passt.

Das mache ich

  • Ich ordne mit Ihnen ein, ob eine Schulung, ein Workshop oder ein Pilot zu einem offenen Programm passen könnte und zu welchem nicht.
  • Ich liefere die Unterlagen, die Sie für den Antrag brauchen: Angebot, Projektbeschreibung, Kostenaufstellung und Zeitplan.
  • Ich plane den Projektstart so, dass Sie den Antrag vorher einreichen können.

Das mache ich nicht

  • Ich stelle keine Förderanträge im Namen meiner Kunden. Antragsteller sind Sie.
  • Ich mache keine Rechts- oder Steuerberatung und keine Förderberatung. TyrolAI ist IT-Dienstleister, nicht Unternehmensberater.
  • Ich sage keine Förderung zu. Das entscheidet allein die Förderstelle.

Die KI-Schulung nach EU AI Act ist eine halbtägige Inhouse-Schulung und passt weder zum Skills Scheck noch zur AMS-Förderung. Der KI-Potenzial-Workshop klärt, welcher Pilot sich lohnt. Ob ein Pilot mit Einführung im Betrieb gefördert wird, entscheidet das Land Tirol.

Häufige Fragen

Für die halbtägige Inhouse-Schulung allein kenne ich derzeit kein passendes Programm: Der Skills Scheck schließt Inhouse-Schulungen aus, die AMS-Qualifizierungsförderung verlangt mindestens 16 Stunden. Als Teil eines Einführungsprojekts kann die Qualifizierung der Mitarbeitenden in der Tiroler Digitalisierungsförderung mitbeantragt werden. Ob sie anerkannt wird, entscheidet das Land Tirol.
Ja. Bei allen hier genannten Programmen gilt: Antrag vor Projekt- oder Kursbeginn. Beim Skills Scheck darf die Rechnung bei der Antragstellung noch nicht ausgestellt sein. Ein Auftrag, der schon läuft, lässt sich in der Regel nicht nachträglich fördern. Klären Sie die Förderung also, bevor Sie unterschreiben.
Nein. TyrolAI ist IT-Dienstleister, nicht Unternehmens- oder Förderberater, und stellt keine Anträge im Namen von Kunden. Ich helfe bei der Zuordnung und liefere Angebot, Projektbeschreibung und Kostenaufstellung, die Sie für den Antrag brauchen. Antragsteller sind Sie.
Nein. Laut kmudigital.at ist das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 vollständig ausgeschöpft, Anträge für Beratung und Umsetzung sind nicht mehr möglich. Ab 2027 wird das Programm nicht fortgeführt.
Nur bei der Förderstelle selbst. Für Tirol ist das Förderservice der Wirtschaftskammer Tirol eine gute erste Adresse (Telefon 05 90 90 5-1383, foerderservice@wktirol.at), für die Digitalisierungsförderung das Amt der Tiroler Landesregierung. Die Angaben auf dieser Seite ersetzen diese Auskunft nicht.

Stand: 12.10.2026

Angaben ohne Gewähr. Maßgeblich sind die Richtlinien und Auskünfte der Förderstellen. Ich prüfe diese Seite regelmäßig, aber Programme können sich zwischen zwei Prüfungen ändern oder schließen.

Erst klären, dann beantragen

Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, ob Ihr Vorhaben ein KI-Thema ist und welcher Schritt zuerst kommt. Die Förderfrage gehört dazu, bevor irgendetwas beauftragt wird.

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